Freitag, 5. Mai 2017

Babynächte

In meinen Kursen werde ich meist nach dem ersten halben Jahr gefragt, ob denn die Kinder nachts immer noch stillen müssten ... Das nächtliche Aufwachen des Kindes wird als Belastung empfunden und die Eltern sind auf der Suche nach einer Lösung, die allen Beteiligten gerecht wird.

Die Frage resultiert oft auch aus dem Druck der Umwelt. In unserem Kulturkreis spricht es sich erst nach und nach herum, dass Kinder auch nach den ersten Monaten noch nicht durchschlafen. Ihre Bedürfnisse nach Trost, Nahrung und Nähe wollen auch nachts befriedigt werden. Darauf einzugehen hat nichts mit einer Anerziehung von schlechten Gewohnheiten zu tun, sondern ist Ausdruck einer guten Bindung.
Wichtig ist auch zu wissen, dass die Kinder gerade zwischen dem 8. und 12. Monat wieder häufiger aufwachen. Dieses Verhalten ist vollkommen normal und entwicklungsgerecht. Wenn man bedenkt, wie stark sich die Kinder in dieser Zeit entwickeln, kann man das nächtliche Aufwachen verstehen.



Welche Möglichkeiten gibt es denn nun, um die Nächte angenehmer zu gestalten?
  1. Gleichgesinnte suchen
    Oft ist es schon ungemein entlastend zu hören, dass es auch anderen Eltern genauso geht. Nach dem Motto "Geteiltes Leid ist halbes Leid".
  2.  Einführen von Ritualen beim Schlafen gehen
    Rituale wie kleine Lieder, Kuschelverse oder ähnliches helfen dem Kind sich im Alltag zu orientieren. Es kann noch keine Uhr lesen und weiß daher nicht, wann es Zeit ist schlafen zu gehen.... Einfache Rituale geben auch in der Nacht Hilfe beim Einschlafen.
  3. Stillen im Liegen
    Wenn man zum Stillen nachts nicht aufstehen muss, fällt es leichter wieder einzuschlafen. Auch das Kind wird weniger wach, wenn es nicht erst durch die Gegend getragen wird.
  4. Co-Sleeping
    Liegt das Kind unmittelbar neben den Eltern, ist ein Beruhigen schnell und unkompliziert möglich. Vielleicht reicht es auch schon eine Hand auszustrecken oder über den Kopf zu streicheln.
    Ausserdem passen sich die Schlafrhythmen von Mutter und Kind aneinander an. So sorgt die Natur dafür, dass wir nicht aus dem Tiefschlaf gerissen werden.
Alles in allem muss natürlich jeder die Lösung finden, die der einzelnen Situation gerecht wird. Vielleicht hilft es aber schon, wenn man sich diese Gedanken einmal vor Augen führt.

Gute Nacht!

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