Montag, 23. Mai 2016

Es braucht ein ganzes Dorf.....

"Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf."

Dieses Sprichwort kennt Ihr bestimmt alle. Und in den letzten Wochen ist mir aufgegangen wie passend dieser Spruch für die Arbeit mit meinen Kursen ist.

Wenn ein neuer Fabel-Kurs beginnt, sind sich die meisten noch fremd. Stunde für Stunde lernen wir uns kennen. Dank des Begrüßungsliedes sind die ersten Namen schnell gelernt. In der ersten Stunde machen wir ein Partnerinterview und stellen fest, dass es viele Gemeinsamkeiten gibt. Bei der Frage "Wie hat sich das Leben durch dein Kind verändert?" sind sich die Antworten sehr ähnlich. Auch die Ansprüche an den Kurs sind oft klar: andere Familien kennenlernen und Ideen für den Alltag sammeln.

Nach dem ersten Quartal des Kurses ist die Gruppe dann meist schon vertraut geworden. Die ersten Verabredungen zum Spazierengehen oder anderweitig gemeinsam verbrachten Nachmittagen sind getroffen worden. Den Kindern merkt man an, dass sie die verschiedenen und für sie oft überwältigenden Reize besser verarbeiten können. Schlafen anfangs fast alle Kinder am Ende der Stunde, sind sie nun mit Freude bis zum Schluß dabei.

Das letzte Quartal ist dann von einer intensiven Vertrautheit geprägt. Einerseits ist es auch lebendiger durch die Kinder, die mitterweile sehr mobil sind, aber andererseits ist der Austausch untereinander bei den meisten Gruppen auch sehr rege.

Es gibt Gruppen, die sich regelmäßig nach dem Kurs noch zum gemeinsamen Cafe-Besuch treffen. Über unsere Stunde hinaus nehmen sie Anteil am Leben der anderen. Spannend für mich, wie sich dadurch auch die Vormittage im Fabel-Kurs verändern.

Das ist genau das, was mich sehr begeistert. Einer der Grundgedanken meiner Kurse ist die Vernetzung der Teilnehmer untereinander. Ich selber habe davon profitiert, in ein gutes Netzwerk eingebunden zu sein.
Da waren am Anfang die Abende zu zweit, die wir wahrnehmen konnten, weil ein befreundetes Ehepaar sich um unseren Sohn kümmerte. Dann die Zeiten, in denen wir uns mit mehreren Müttern und gleichaltrigen Kindern zum Spielen getroffen haben. Wie angenehm, wenn die Kinder beschäftigt sind und man mal durchtamen und einen heißen Kaffee trinken kann.

Nicht immer sind die Großeltern in der Nähe, um unter die Arme zu greifen. Wie wohltuend ist da ein Netzwerk aus Gleichgesinnten, in dem man sich gegenseitig unterstützt, das aufffängt und trägt, wenn es nötig ist.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen