Donnerstag, 28. April 2016

Meine erste Bergtour


Im letzten Sommer habe ich mit Mann und Sohn den Urlaub im Allgäu verbracht. Ich habe mich sehr in die Gegend und die Berge verliebt. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich eine Bergwanderung gemacht und es hat mich richtig begeistert.
Ausserdem ist mir klar geworden, warum manche Menschen die Geburt mit einer Bergtour vergleichen.

Vor dem Urlaub haben wir uns schon auf die Wanderungen eingestellt: wir haben uns gute Schuhe und Regenkleidung gekauft, ausserdem Sonnenbrillen und Sonnencreme. Im Urlaub selber wurde dann der Rucksack für die Wanderung ordentlich gepackt, mit genug Flüssigkeit zum Trinken, aber auch Wegzehrung für die Pausen unterwegs. Ausserdem durfte die Gipfelschokolade nicht fehlen.
Im Reiseführer haben wir nachgeschlagen, welche Touren wie unternehmen möchten und auch meinen Schwager vor Ort haben wir nach Tipps gefragt.

Vor der Geburt meiner Kinder war es ähnlich. Ich habe meine Tasche gepackt und überlegt, welche Dinge ich während der Geburt brauchen könnte. Ausserdem habe ich mich informiert, welchen Ort ich dafür aussuchen möchte. Dazu habe ich viel gelesen und recherchiert, aber eben auch Menschen gefragt, die schon Kinder hatten. Wir haben als Eltern einen Geburtsvorbereitungskurs besucht, uns auf die Geburt eingestellt. Und in meiner Kliniktasche war tatsächlich Schokolade!

Eine Tour aus unserem Urlaub ist mir am meisten im Gedächtnis geblieben, weil sie sowohl anstrengend als auch wunderschön war. Wir haben uns schon früh mit meinem Schwager getroffen und sind ins Kleinwalsertal gefahren, um das Gottesackerplateu zu sehen. Auf den Weg dahin stieg meine Vorfreude.
Leider regnete es zu Beginn noch, aber ich hatte ja meine neue Regenjacke dabei. Je höher wir stiegen umso schöner wurde es allerdings.
A. führte uns, denn zum einen kannte er die Tour schon und ausserdem hatte er eine Art Navigationssystem dabei. In ruhigem, stetigem Tempo sind wir Stück für Stück voran gekommen. Manchmal war der Weg ganz leicht und gut zu laufen, an anderen Stellen mussten wir uns richtig anstrengen, weil es entweder steil oder unwegsam war.
Zwischendurch war es auch immer wieder wichtig eine Pause zu machen, etwas zu trinken oder einen Müsliriegel zu naschen.



Auch vor meinen Geburten war ich voller Vorfreude. Mir war klar, dass es eine anstrengende Reise wird, aber der Gedanke am Ende diesen kleinen Menschen zu sehen, der in mir gewachsen ist, machte mich ganz kribbelig. Wehe für Wehe ging es dem Ziel entdecken. Manchmal ganz leicht, aber auch wieder sehr anstrengend und kaum auszuhalten. Zwischen den Wehen eine Pause zu haben kann so erholsam sein!
So wie A. uns geführt hat, so habe ich das bei den Hebammen erlebt, die meine Geburt begleitet haben. 


Kurz vor dem Ziel hatte ich dann aber auch meine Schwächen. Da war noch einmal eine Pause notwendig, weil ich das Gefühl hatte absolut am Ende zu sein. Mein Mann, der Schatz, hat mich wieder motiviert. Wenn ich gewusst hätte, dass wir so kurz vor dem Ziel waren .....
Auf dem Plateau angelangt, war ich einfach nur überwältigt. So eine interessante Landschaft! Atemberaubend! Im Nachhinein bin ich auch ganz schön stolz auf mich, dass ich den Anstieg geschafft habe.


Mich hat bei allen Geburten die Übergangsphase "eiskalt erwischt". Ich war der Überzeugung, dass ich fertig bin und dieses Kind nicht auf die Welt bringen kann. Wie gut war es Menschen um mich zu haben, die mich dann gehalten haben, die mich motiviert haben! 
Die Anstrengung hat sich aber jedesmal absolut gelohnt und in dem Moment, in dem ich meine Baby gehalten habe, war bei mir alles vergessen. Und im Nachhinein bin ich auch ganz schön stolz auf mich, dass ich meine vier Kinder aus eigener Kraft auf die Welt gebracht habe.








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