Montag, 4. Februar 2013

Gelesen: Atmen, Singen, Gebären

 Schon ganz lange wollte ich das Buch "Atmen, Singen und Gebären" von Frédérick Leboyer lesen. Darum habe ich es mir vor ein paar Wochen angeschafft. Das Buch ist bereits 2006 im Patmos-Verlag erschienen und enthält etwas über 100 Seiten.

Frédérick Leboyer ist ein französischer Geburtshelfer. Sicher kennt Ihr seine Bücher "Geburt ohne Gewalt" oder "Das Fest der Geburt". Er fordert eine Geburtshilfe, die das Neugeborene liebevoll und ohne Stress empfängt.

Aber nun zu dem genannten Buch:
Leboyer vertritt viele Thesen zur Geburt, die auch ich so sehen kann.  Die Geburt ist ein Zusammenspiel von Mutter und Kind. Beide geben ihren Teil dazu, dass ein Baby geboren wird. Dabei ist die Mutter die Gebärende, aktiv und nicht passiv - sie wird nicht entbunden. Die Geburt kann für die Frau ein Fest sein, ein ekstatisches Erlebnis.
Als Hilfsmittel für die Geburt erklärt er das so genannte "Tönen". Das Singen der Vokale verlängert das Ausatmen und trägt wesentlich zur Entspannung bei. Die Mundpartie lockert sich, was wiederum eine direkte Auswirkung auf Beckenboden und Muttermund hat.
Dem Buch liegt zu Übungszwecken eine CD bei.



Trotzdem habe ich mich geärgert, dass ich mir das Buch gekauft habe. Zum einen waren mir diese Zusammenhänge nicht neu. Leider bleibt es auch bei der oberflächlichen Erklärung. Ich hätte mir mehr Informationen, Studien und Tiefgang gewünscht.

Ausserdem finde ich, dass das Buch doch sehr selbstdarstellerisch daher kommt. Es ist im ersten Teil eine Aneinanderreihung von Briefen. Frauen haben nach der Geburt an Herrn Leboyer geschrieben, um ihm für seine Erkenntnisse zu danken. Seine Antworten darauf finde ich wenig gefühlvoll.
Während die Mütter mit ihren Geburten zufrieden sind, findet er oft noch etwas daran auszusetzen.
Besonders eindrücklich war für mich, dass eine Frau die innige Verbundenheit mit ihrem Mann schildert. Woraufhin sie kritisiert wird, dass der erste Blick dem Kind gehöre....

Mein Fazit: Hätte ich vorher gewusst, was mich erwartet, hätte ich mir dieses Buch nicht gekauft. Ich werde mich auf die Suche nach geeignetem Material zum Thema Tönen machen.... (wenn jemand Ideen hat, wäre ich über Infos dankbar)

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