Montag, 6. August 2012

Warum ich Doula wurde....

Als ich mich vor einigen Jahren entschloss die Ausbildung zur Doula zu machen, kam dieser Entschluss aus einer ganz tiefen inneren Gewissheit, die über Jahre gereift war.

Alles begann 1991 mit der Schwangerschaft und Geburt meines ersten Kindes. Zu Beginn der Schwangerschaft ging es mir sehr schlecht. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sich dieser Zustand irgendwann einmal ändern würde. Aber nach drei Monaten war es vorbei, einfach so... Was ich in diesen ersten Monaten dringend gebraucht hätte, wäre eine Frau gewesen, die in meinen Schuhen gesteckt hätte, die den gleichen Weg auch schon gegangen war. Es gab viele gut gemeinte Ratschläge, die sich aber oft wie Ohrfeigen anfühlten. Wirklich, wirklich geholfen hat mir damals eine Bekannte, die für uns den Haushalt geschmissen hat - eine gute Seele, die einfach zur Stelle war und ohne große Worte angepackt hat.


Während der Geburt hatte ich wahnsinnige Schmerzen. Wir waren viel alleine - mein Mann und ich- und ich hatte Angst, einfach nur Angst und dadurch verkrampfte ich mich, durch dieses Verkrampfen wurden die Schmerzen stärker und dadurch die Angst größer. Eine Hebamme ermutigte mich dazu Töne zu machen, aber anstatt mir zu helfen, mit mir zu atmen, verschwand sie wieder. So begann ich zu schreien, aus Leibeskräften. Wie peinlich ist mir das heute (ja, ich weiß, das muss es nicht!!), vor allen Dingen, weil in meiner Erinnerung ständig die Tür aufging und jemand herein schaute, um zu fragen: "Was ist denn hier los?!"
Als mein Kind dann auf die Welt kommen wollte, war ich einfach nur kaputt. Man hatte mir einen Pudendus-Block gelegt und ich fühlte gar nicht, "wohin" ich pressen sollte. Außerdem war ich noch gar nicht so weit, aber ich gehorchte brav den Kommandos. In dieser Situation war eine Hebammenschülerin da, die mir mit einem feuchten Waschlappen immer wieder das Gesicht abwischte. Was für eine Wohltat und so ein liebes Gesicht!!!
Das war das erste Mal, dass ich mit dem Doula-Gedanken in Berührung kam (obwohl, der Begriff Doula hierzulande damals noch lange nicht bekannt war!!)

Bei meinen nächsten beiden Geburten, hatte ich auch verschiedenen (wenn auch nicht so eindrücklich) negative Erlebnisse. Ich bin mir sicher, mit einer Doula an meiner Seite, wären diese Dinge besser auszuhalten gewesen.....

Meine letzte Geburt im Geburtshaus war ein Traum! Ich hatte mir in der Schwangerschaft schon eine sehr kompetente und nette Hebamme ausgesucht. Sie vertraute in mein Wissen und meine Intuition. Während der Geburt hatte ich das Gefühl bei einem Kaffeeklatsch zu sein (ehrlich!!). Wir haben uns unterhalten, während ich meine Wehen veratmete, wir haben gelacht und sind dabei locker geworden und wenn ich mich beim atmen verhaspelt habe, dann haben wir zusammen geatmet. Meine Hebamme wäre auch eine super Doula geworden!!!

Heute bin ich diejenige, die mal einen Witz macht, wenn die Atmosphäre gespannt ist, die den Mann daran erinnert zu essen und die Frau daran aufs Klo zu gehen. Ich bin die, die mitatmet, die den Rücken stützt, die Getränke anbietet und den Waschlappen nass macht.

Und auch wenn ich die Paare nicht in den Kreißsaal begleite, was auch schon einmal vorkommt, dann bin ich doch die gute Seele, die zuhört, die Mut macht und mit Rat und Tat zur Seite steht.

Wisst Ihr was: ich liebe meinen Job und ich würde mir wünschen, dass noch viele Menschen mehr davon erfahren, was ich tue!! Helft Ihr mir dabei??

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