Mittwoch, 14. März 2012

Das mag ich nicht ........


Foodwatch hat gerade Lebensmittel für Kinder gecheckt. Das Fazit war: 
„  Es ist praktisch unmöglich, aus dem Angebot, das die Industrie als Kinderprodukte vermarktet, eine ausgewogene Ernährung zusammenzustellen.“

Mal ganz ehrlich, wen überrascht das?? Gibt es wirklich Eltern, die denken, dass sie ihre Kinder ausschließlich mit diesen Produkten ernähren sollten?!

Wenn ich mal zurückdenke: irgendwann waren meine Kinder in dem Alter (so um die zwei Jahre), da begann das Mäkeln am Essen. Das mochten sie nicht und dies mochten sie nicht und besonders die in meinen Augen guten Dinge lehnten sie ab. Süß sollte es sein, süß ging immer gut! Oder Nudeln, Nudeln, Nudeln …... Am Besten alles schon getrennt, damit es auf dem Teller übersichtlich war und damit auch jeder sich das passende herauspicken konnte. 
 
Herbert Renz-Polster hat das in diesem Artikel schön erklärt:
Auch wenn unsere Kinder ihr Essen nicht mehr direkt aus der freien Natur beziehen und im Kühlschrank nur ungiftige Lebensmittel stehen: Der kindliche Körper folgt auch heute noch dem einst entwickelten Erfolgsprogramm. So verläuft die Neophobie bei allen Kindern nach einem ähnlichen Muster. Im Alter zwischen vier und sechs Monaten ist sie am geringsten ausgeprägt - die meisten Säuglinge probieren in diesem Alter praktisch alles, was ihnen angeboten wird. Ab etwa dem 18. Monat verengt sich die Auswahl allmählich, der Blick wird kritischer, der Mund öffnet sich immer zögerlicher.
Im späten Kleinkind- und Kindergartenalter erreicht die Skepsis gegenüber Neuem dann ihr Maximum: Kinder sind jetzt wirklich schlechte Esser und lehnen neue, geschmacklich komplexe oder eventuell bitter schmeckende Nahrungsmittel oft vollständig ab. Erst zwischen acht und zwölf Jahren ändert sich dies wieder, fassten Leann Birch und Jennifer Fisher an der Pennsylvania State University (USA) bereits 1998 die Forschungslage zusammen.

Genauso ist es auch: im Teenageralter essen (vor allen Dingen meine Jungs) die Kinder alles was nicht wegläuft. Beim Jüngsten warten wir gerade auf den Umschwung, immerhin traut er sich mittlerweile schon an Salat heran …......

Unsere Verantwortung als Eltern sollte aber doch darin liegen, ein gesundes Mittelmaß zu finden. Natürlich nervt es und es ist auch manchmal mehr als frustrierend, wenn das liebevoll gekochte Essen abgelehnt wird, aber wenn wir den Kindern keine Alternativen bieten, werden sie weiter nach den Fertigprodukten quengeln.Vieles ist auch Gewöhnung, wenn die Sachen ein paar Mal probiert wurden, dann schmecken sie plötzlich doch. Also, liebe Eltern, einfach etwas Geduld haben!

Wie wäre es denn mal damit, die Kinder beim Zubereiten der Mahlzeiten mit einzubeziehen? Wetten, dass das Essen gleich viel besser schmeckt? Und unter der Anleitung der Eltern können doch selbst die Kleinsten schon mal mit im Topf rühren oder zumindest beim Zuschauen schon mal etwas Naschen (manchmal schmeckt dann plötzlich auch das so verhasste Gemüse).
Gut gefahren sind wir auch mit einem Wochenplan, bei dem sich jedes Kind ein Gericht wünschen durfte. Wenn sie auf das Lieblingsgericht hoffen konnten, war es auch mal möglich etwas Neues zu probieren.

Naja, und wenn mal die Zeit fehlt, kann ja auch mal ein Fertigprodukt auf den Tisch kommen oder eine Schüssel mit süßen Getreideflocken verzehrt werden.  Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel.


Kommentare:

  1. *grins* dann besteht ja noch Hoffnung auf ein Leben außerhalb von Pfannkuchen....

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  2. Ja, Barbara, es gibt ein Leben nach dem Pfannkuchen :-D

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  3. Also meine kleenen (3 und 5) mögen seit ihrem 2. Lebensjahr Oliven, aber nur die mit dem roten Zeug drin. Wenn es ums essen am Wochenende geht, lieben beide Spinat, und Suppen in jeglicher Form: Gemüse-, Möhren- und Hühnersuppe sind die Favoriten. Abends sind Wiener Würstchen genauso der Hit wie Gurken oder Tomatensalat. Und zum Frühstück gibts eher Wurst aufs Brötchen als Marmelade.
    Süßes darfs auch immer wieder sein und wenn Mama nicht aufpasst, dann auch wirklich viel. Aber Obst ist genauso begehrt. Der Weihnachtsteller lag tagelang offen rum, ohne dass er angerührt wurde, aber wenn ich salat rumstehen hatte, war der irgendwann heimlich aufgenascht.

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