Donnerstag, 16. Februar 2012

Loslassen

Gestern habe ich mich mit einer Freundin unterhalten, deren Sohn bald in seine erste eigene Wohnung zieht. Auch wenn sie weiß, dass es gut und richtig ist, dass er sich von seinen Eltern löst, fällt es unglaublich schwer.

Meine Kinder wohnen ja noch zu hause, aber wenn ich so wie heute den ganzen Tag alleine bin und sie erst abends wiedersehe, ist das schon ein komisches Gefühl. Dann werde ich auch schon mal melancholisch und denke an die Tage, an denen ich diese Zeiten herbei gesehnt habe:
Die Tage an denen ich in Babygeschrei und Windeln unterging, mit Augenringen und spannenden Brüsten. Die Tage an denen ich nicht die Bilderbuchmutti war, die man in den einschlägigen Elternblättchen sieht.

Worum es mir aber eigentlich geht ist das Loslassen. Es beginnt doch schon in den letzten Wochen der Schwangerschaft: gedanklich und körperlich bereitest Du Dich auf das Loslassen vor. Dein Körper hat sich darauf vorbereitet, in dem er die Bänder rund um dein Becken gelockert hat. So ist der Weg für das Kind frei.
Du selbst richtest Dich in Gedanken auf die Geburt ein. Vielleicht steht die Tasche schon gepackt oder der Pool ist im Geburtszimmer aufgebaut.
Und dann ist er da der Moment der Geburt... dein Körper öffnet sich, Du öffnest Dich, um Dein Kind auf diese Welt zu bringen. Die Nabelschnur wird durchtrennt und es ist ein Loslassen, aber auch sich binden gleichermaßen.
Von dem Moment an wird Dein Kind sich auf ein Leben in Eigenständigkeit vorbereiten und sich mit Deiner Unterstützung dahin entwickeln.

Aber mal ganz ehrlich: Mutter bleiben wir doch unser Leben lang und dieses erste Band, was wir geknüpft haben, das bleibt ein Leben lang fest!!

Kommentare:

  1. *schnief*
    Jetzt hab ich irgendwie Tränchen in den Augen...
    Auch wenn das auszieehn noch meilenweit entfernt ist, so kann ich das doch irgendwie nachvollzieehn...
    Und bei uns steht bald Kindergarten und für mich wieder arbeiten an, und das ist ja auch eine Art von loslassen...
    Da wird es einem schon schwer ums Herz und mulmig im Bauch, wenn das Kind plötzlich bei Fremden ist *seufz*

    Liebe Grüße,
    Anna

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  2. Ohja, der erste Kindergartentag, der war auch hart *seufz*

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  3. Ich bin schon echt gespannt, irgendwie...
    Obwohl ich mir wenig Sorgen mache dass der Käfer nicht klar kommt, für mich wirds wohl schwerer als für sie *lach*
    Sie ist so offen und kontaktfreudig...

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