Mittwoch, 4. Mai 2011

Heultage

Viele Wöchnerinnen erleben am 3. Tag nach der Geburt, dass ihnen zum Heulen zumute ist. Die Milch schießt ein, die Brüste sind prall und tuen weh. Das Baby scheint immer mehr Aufmerksamkeit zu fordern. Die Frau wird aus dem Krankenhaus entlassen. Vielleicht hat sich mancher Besucher gerade diesen Tag ausgesucht, weil sich Mutter und Kind ja nach der Geburt erholen sollten...

Was passiert an diesem dritten Tag? An diesem Tag stellen sich die Hormone darauf ein nicht mehr Kolostrum sondern reife Milch zu bilden. Diese Hormonumstellung ist bei vielen Frauen dafür verantwortlich, dass sie dünnhäutiger werden und sich schnell überfordert fühlen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es mir ging! Einfach nur elend!

Meine Tipps:
  • Bittet Eure Bekannten und Verwandten schon im Vorfeld Euch an diesem Tag nicht zu besuchen. Vielleicht wäre es generell eine gute Idee, wenn Besuch sich vorher anmeldet.
  • Sucht Euch eine Hebamme, Doula, Freundin, die euch an diesem Tag gut tut!
  • Ihr Männer, habt Geduld mit Euren Frauen! Heute kann sie mal nicht dem Bild der strahlenden Wöchnerin entsprechen.
  • Gegen die prallen Brüste hilft am besten kühlen!
  • Das Baby nehmt Ihr zu Euch ins Bett.

Und dann lasst die Seele baumeln und Euren Gefühlen freien Lauf!

Bei mir war der Heultag übrigens zuhause weniger schlimm als im Krankenhaus. Ich war in meinen eigenen vier Wänden und konnte mich so einrichten wie ich wollte. Kein fremder Rhythmus, kein Besuch....

Sollte die Traurigkeit allerdings länger anhalten und stärker werden, solltet Ihr Eure Hebamme oder den Gynäkologen um Rat fragen. Es besteht immer auch die Möglichkeit an einer Wochenbettdepression zu erkranken. Näheres dazu ist auch hier zu finden: Schatten und Licht

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